Freitag, 10. Juni 2016

10.05.2016 BSG Wismut Aue - FSV Z*** 1-0


Das Sachsenpokalfinale als Prestigespiel nur 3 Tage nach dem Aufstiegstaumel von Köln. Zu Gast der ewige Rivale und Erzfeind aus der Stadt muldeabwärts.
Die Polizei gestaltete die Anfahrt wieder schwierig, übernahmen sie doch keine Regelungen an den neuralgischen Punkten. Die Folge der gewohnte Rückstau auf die Autobahn. Kontakt mit den rot-weißen gab es nicht, dass hatte man dann gut im Griff.
Auf dem Platz bei den Gästen eher eine B-Auswahl, steckte  man doch mitten im Aufstiegskampf. Auch Aue eher mit einer A2-Elf, im Tor mit Seidel und der sichtlich spielpraxisfreie Yildirim. Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Tendenziell eher mit Vorteilen für rot. Aber auch Aues dritter Torwart rettete teilweise in Messias-Männel-Manier, die gleich Torwartschule war zu erkennen.
Neben den Rängen entwickelte sich ein schaumgebremstes Gesangsduell. Wo war den die besagte 100%-Mitmachquote im Gästeblock? Wo die einprägsamen Rhythmen? Ja, ich weiß Derby, viele Einmalgänger und so. Ich denke den Qualitätsanspruch konnten RK und co. an diesem Tage nicht gerecht werden. Für mich zum Schmunzeln auch der Schmähgesang: "Ohne Dynamo, wärt ihr nur zu viert!"
Davon ab ließ sich das Intro gut ansehen, Pyroherz was willst du mehr.
Im zweiten Spielabschnitt muss ich gestehen, wanderten meine Blicke selten über das Feld. Umso feiner, dass ich das 1-0 durch Kvesic mitbekam und selbstverständlich pervers feierte.


Ab diesem Zeitpunkt war die Stimmung in unserem Nachbarblock nicht mehr so positiv. Auch die eine oder andere Leuchtspur flog. Ein Sturmfeuerzeug im Becher fand seine Weg sowie diverse Böller.
Kurz vor Schluss dann der Eklat dieses Spieles. Ein Aktivist machte sich auf den Weg, und verging sich an der am Zaun wehenden Red Kaos-Fahne. Über den genauen Tathergang möchte ich mich nicht äußern, da die Konsequenzen noch schwebend sind. Es war die Rache vor die vor einigen Jahren in Zwickau gestohlen und zerstörte Ultras Aue Fahne. Dies zog die Auflösung nach sich und in meinen Augen immernoch ein Vakuum in der Auer Fanszene.
 






Dass die RK-Fahne weiter weht und nächste Saison fröhlich in der Dritten Liga zu sehen sein wird. Nunja ... da kann sich jeder selbst ein Bild machen, was der viel zitierte Ehrenkodex für einige der selbsternannten Vorzeigegruppen bedeutet. Mal sehen, ob ich noch eine Stellungnahme in den nächsten Tagen zu lesen bekomme, Aufklärungsbedarf besteht meiner Ansicht nach schon.
Jedenfalls war das der Auslöser für eine der krassesten Szenen der letzten Jahre. Nach der Zerstörung der Zaunfahne versuchten einige Gäste den Zaun zu überqueren. Durch Security und die ebenfalls über den Zaun steigende Polizei wurde dies verhindert bzw. schnell wieder eingebremst. Bewusst wurde durch die Staatsbediensteten eine weitere Eskalation zu vermeiden. Ein forscher Jungpolizist wagte sich mit einer großen Ladung Pfefferspray hervor, wurde aber schnell durch seinen Vorgesetzten wieder eingefangen.

 Aber da war es bereits zu spät. Über die nächsten Minuten entwickelte sich eine üble Bengalenschlacht. Ohne Rücksicht flog alles hin und her. Auf beiden Seiten gab es einige empfindliche Wirkungstreffer. Einen Auer erwischte das Ding sogar direkt im Gesicht. Mit zunehmenden Alter bekomme ich bei solchen Taten einen dicken Hals. Stand man als Teenager noch mit offenem dabei und war fasziniert. So ist man sich jetzt doch der Folgen bewusst und hat für solche Menschen kein Funken Verständnis. Erst recht nicht für irgendwelche Unrümpfe, die das Bengalo zurückwerfen wollen, dabei koordinativ Fähigkeiten einer Amöbe zeigen und die heiße Fackel 2fach direkt in die eigenen Leute feuern. 
Total bekloppt.
Irgendwann war die Munition dann verballert und die Siegerehrung stand an. Sachsenpokalsieger und beste Mannschaft in Ostdeutschland 2016 ist der FC Erzgebirge Aue. Um die Gäste noch etwas zu provozieren, wurde gefühlt jeder geehrt vom Busfahrer und der 4.Kassiererin bis zum Schatzmeister und Platzwart, jeder bekam eine Medaille.

Unverständnis regte sich nach dem Spiel als Ziegner und seine Schergen nach dem Spiel dem Gästeblock Applaus spendeten. Da läuft irgendwas nicht ganz grade ... Aber am Ende alles wie immer bei Zwickau. Ich hoffe wir kommen einige Jahre ohne euch aus.
 
 
 









Dienstag, 7. Juni 2016

07.05.2016 Fortuna Köln - BSG Wismut Aue 0-2

Der Ostmeister der Dritten Liga gibt sich die Ehre. Neben diesem inoffiziellen, aber prestigeträchtigen Titel wollten wir in Köln den direkten Wiederaufstieg klar machen. Insgeheim hatten wir uns bereits vor der Saison Köln als guten Schauplatz dafür auserkoren.

Und so stand man 18 Stunden nach Wiederkehr aus Frankfurt bereits ein weiteres Mal am Bahnhof. Die beiden Mitfahrer hatten freundlicherweise das erste Bier parat gestellt, zum Wecken der Lebensgeister. Zunächst nahmen wir Düsseldorf ins Visier, die Altstadt sollte Tummelort werden.


Nach Meisterschampus im Zug und diversen Kaltgetränken erreichten wir gegen 10 Düsseldorf am Rhein. Was in den folgenden 7 Stunden ablief erspare ich mir im Detail. Grotesk waren die Szenen teilweise. Die wichtigsten Schlagwörter aber waren: Uerige, Ballermann 6, Kneipenrausschmiss, versuchter Taschendieb (oder doch nur ein Annäherungsversuch), ein Flug der Sonnenbrille samt frischer Pommes.


Nach den Ereignissen fuhren wir in die Stadt mit dem Dom. Da es sehr früh am Morgen war, legten wir uns kurzerhand an den Rhein und ruhten 2 Stunden auf hartem Untergrund. Gerädert ging es dann wieder los, Stadtbesichtigung Domplatte, Einkaufsmeile ... reicht ja dann auch.





Bei drückendem Wetter - keine Wolke am Himmel und gefühlt 30 Grad - ging es zügig nach Köln-Zollstock. Dabei rannten wir unvermittelt in eine Demo organisiert vom Zentralrat der Ex-Muslime, "Kein Schnitt im Schritt" war das eindeutige Motto des imposanten Protestzuges.



Vorbei am extrem hässlichen Amtsgericht Köln schlurften wir dem Südstadion entgegen. Wie üblich kamen wir auf der falschen Seite an. Also noch eine halbe Runde ums Stadion gedreht und dann waren wir da. Die Avancen, die machten um in den VIP-Bereich zu gelangen blieben leider unbeantwortet. So wurde ein Schattenplatz gesucht bis schließlich das Stadion geentert wurde.


Die Südstadion glänzt durch Understatement und einen eigenen Charme. Ich hatte mir es zwar etwas größer vorgestellt, aber die weitläufigen Kurven sorgen auch für Kapazität. Understatement war auch die gastronomische Versorgung. 2 Stände für 3000 Auer ist sehr knapp kalkuliert und sorgten für riesige Warteschlangen.



Die Minuten vor dem Spiel wurden immer länger, die Nervosität wuchs. Man wusste heute kann das ganz große Ziel erreicht werden. Die Stimmhoheit gehörte ganz klar den Gästen, wie so oft bei solchen Spielen konnte aber nicht das Optimum erreicht werden, die Anspannung war spürbar.





In der ersten Hälfte konnte Philipp Riese mit einer 50-prozentigen Elfmeterquote die knappe Pausenführung herstellen. Ansonsten sah man Sommerfussball vom Feinsten. Die einen konnten nicht, die anderen wollten vielleicht nicht mehr. So war nach dem 2-0 durch Herrn Köpke schnell klar, wer gewinnen würde.



In der Halbzeit wollte noch irgendein Typ von einer Kölner Trash-Soap mit den Jungs von Wismut Aue eine Humba für seine Facebook-Seite zu veranstalten. Schon mal eine ganz schlechte Idee. Seine angeblichen ostdeutschen Wurzeln halfen da nicht weit und als die Gästekurve nicht reagierte wurde er noch ausfällig. Ich sage danke, für die erheiternde Halbzeitpause an Kevin.

Als der Schlusspfiff nahte, marschierte die Staatsmacht über die Tartanbahn ein. Diese sollte sich aber heute sehr zurückhaltend, fast locker präsentierten. Der Schiri pfiff pünktlich ab, die Tore öffneten sich auf wundersame Weise. Ein lila-weißer Menschenstrom floss auf den Rasen des Südstadions.

Die Emotionen sprudelten aus den Menschen heraus. Direkter Wiederaufstieg 2016 - mit einer komplett neuen Mannschaft. Einfach unglaublich. Der Eine holte sich wichtige Minuten Fernsehpräsenz beim Mitteldeutschen Rundfunk, die anderen waren auf der Suche nach den verschwundenen Eckfahnen und Meistertrainer Pavel.

Alles in allem war diese Abschlussfahrt natürlich um Längen besser als Heidenheim 2015 und wir freuen uns auf die Auswärtsfahrten nach Hannover, Stuttgart und vielleicht mal wieder Würzburg.

Freitag, 3. Juni 2016

05.05.2016 SV Mosaik FFM - TG Sachsenhausen 1-1

Kreisliga B Frankfurt (11.Liga) - 32 Zuschauer

Nach dem Kick bei Tempo Trankfurt schlenderten wir bei sensationellem Wetter durch den Frankfurter Niddapark. Ziel war die Spielstätte an der Praunheimer Hohl. Heimat der SG Praunheim und des SV Mosaik. Die SG Praunheim ist Ursprung des Frauenfussballrekordmeisters 1.FFC Frankfurt und kann mit einer ganz beschaulichen Sportanlage aufwarten.





Wir waren leider 10 Minuten zu spät und sahen bereits das Unglück. Der avisierte Ascheplatz war verwaist. Bei dem Wetter hätte das natürlich auch Staublungen gehagelt. Faktisch eine vernünftige Entscheidung auf Rasen zu verlegen - allerdings gilt: Mission Asche 2016 gescheitert.







Also erstmal enttäuscht in den Schatten verfrachtet und ein Binding verköstigt. Die Sportanlage besitzt sogar auf der einen Seite tribünenähnliche Bänke auf einem leicht erhöhten Wall, die andere Seite ist ausbautenlos. Umgeben wird das Ganze von einer Laufbahn. Mit dem urigen Vereinsheim immerhin 2,5/5.





Da heute kostenlos Ballsportschauen angesagt waren, lege ich nochmal 5/5 drauf.






Die Mannschaften verteilten sich auf den gegenüberliegenden Seiten des Feldes, ich kann nur spekulieren warum, es sah für mich nach einem gekonnten Schachzug der Konfliktvermeidung aus.


Die erste Hälfte verbrachten wir auf der Sachsenhausener Seite. Die verfügen über einen cholerisch, unsportlich agierenden Übungsleiter unter aller Kanone und ohne jeden Respekt vor dem Gegner sowie den eigenen Mannen. Ein Unsympath wie er im Buche steht. "Du bist ja langsamer als der Fettsack", deutet schon in die Richtung der Aussagen, war aber noch einer der harmloseren Sprüche.





Auch auf Seiten der Sachsenhäuser ein Rheinländer, dieser verwickelte uns in ein Gespräch mit der Quintessenz, dass der Osten sowieso nichts zu bieten hat und ihm nichts tolles dort einfalle. Dies kann natürlich am übermäßigen Appelwoi-Konsum liegen. Mangelnde Bildungsaufnahme seit 1989 möchte ich diesem Herren nicht unterstellen, denn an Köln fällt mir erstmal auch nichts Gutes ein. Allenfalls das Rheinufer, aber dazu später mehr.






Zum Geschehen auf dem Rasen. 3 gegen 11 oder so was in der Größenordnungen war zu sehen. Sachsenhausen klarer Favorit. Athletisch, taktisch und individuell klar besser besetzt. Dies zahlte sich nach Hasstiraden des Gästetrainers auch aus. Führung Sachsenhausen. Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Sympathien schon klar für den SV Mosaik verteilt und kurz vor der Halbzeit kam unser Lieblingsspieler Jacek durch und markierte den verdienten Ausgleich.






Halbzeitpfiff - schnell weg von den krakelenden Jungs von der anderen Mainseite. Hin auf die kleinen Tribünenbänke hinter der Bank des SV Mosaik. Ein alevitisch/türkischer Sportverein, der auf uns einen sehr freundlich-relaxten Eindruck machte. Der Besuch hat ausnehmend Spaß gemacht.


Zur Halbzeit Nahrungsaufnahme. Binding Bier in kleinen Flaschen dazu eine Rindswurst und da schert der Rostergaumen aus. Ging gar nicht gut runter. Konsistenz zu fest, Geschmack naja. Immerhin fiel noch ein Schokoriegel für uns ab, sodass wir auf 4,5/10 Punkten aufrunden.



Halbzeit 2 bot einen spannenden Abgleich zwischen den beiden Teams. Sachsenhausen rannte verzweifelt an, hatten dabei das Mittelfeld völlig aufgegeben. 5 vorne, 5 hinten und am Ende hilft der Fussballgott, so scheinbar der Lösungsansatz. Man näherte sich an, Aluminium war auch dabei, es half nicht an diesem Tag. Im Gegenteil, die Abrafaxe (war glaube ich die falsche Assoziation mit Mosaik, hehe) kamen schnell durchs freie Mittelfeld und hatten ihrerseits große Chancen. Beide Torhüter wehrten nach Standards hervorragend ab. So blieb es bei der verdienten Punkteteilung. Auf Grund der Spannung 3,5/5



Auf Heimseite war es ziemlich lässig, rumtollende Hunde, ein Ersatzspieler der lieber Workout an der Seitenlinie macht, der Trainer der mit den Zuschauern interagiert ("Die Hools sagen auch es war abseits!"). Es war einfach klasse als Tagesabschluss in Frankfurt-Praunheim.



Macht insgesamt 15,5 + Ballkontakt= 16,5 Punkte, was wesentlich schlechter klingt als es war.



Unser Starspieler Jacek kam nochmal zum abklatschen und mit einem Binding auf die Hand ging es zur U-Bahn. Den Tag in Frankfurt ließen wir ziemlich dekadent am "Frankfurter Yachthafen" ausklingen, einige glaubten das 0,33 Bier würde 12€ kosten - Zitat: "Das teuerste Bier aller Zeiten." - andere labten sich am genialen Käsekuchen. Die letzten Sonnenstrahlen wurden genossen und dann ging es auf die Heimreise, schließlich ging 24 Stunden später die Fahrt dann Richtung Köln.