Mittwoch, 21. Juni 2017

21.05.2017 Holsterhauser SV - Atletico Essen II 2-1


Kreisliga C Nord Gruppe 2 - 10.Liga

Nach einem ereignisreichen Tag in Hannover, den Immobilienkaufverhandlungen im ICE in Höhe Bielefeld, dem Kaltgetränk mit dem Ex-Schalker Dario Rodriguez und der durchzechten Nacht in der Düsseldorfer Altstadt landeten wir bereits Früh um 8 in Essen. Auf der kurzen Zugfahrt begeisterte der Stausee Kettwig, der unseren müden Augen neuen Glanz gab.


Stilecht versorgten wir uns am Büdchen mit Frühstück, das inmitten der Arbeitersiedlung Essen-Altendorf eingenommen wurde. Bis zum Spielstart um 11 war noch etwas Zeit und so plauderten wir bei herrlichen Sonnenschein über Gott und die Welt. Langsam machten wir uns auf den Weg zur Sportstätte.  

Der Gastgeber Holsterhauser SV hat eine kleine Odyssee in den letzten Jahren hinter sich. 2014 mussten sie ihre marode Anlage, funktionalen Wasser- und Stromanschluss verlassen. Spielten zwischendurch auf einer anderen Anlage ein Intermezzo. Seit 2015 sind sie auf der diesmal besuchten Anlage zu Daheim. Der Platz wird mit 2 anderen Vereinen geteilt, Hauptmieter bildet die TGD Essen-West. Schade um den Stadtteilverein der vor 7 Jahren noch über 3 Jugendteams und 5 Seniorenmannschaften verfügen konnte - übrig geblieben ist nur das 1. Herrenteam in der untersten Liga.



Ohne zu entlohnenden Eintritt ging es auf die Sportanlage, im Vereins-Casino wurde für einen schmalen Taler ein Bier erworben. Dafür sind schon mal 8 Punkte. Ein Speisentest entfiel aus diversen Gründen und wurde später am schicken Essener Hauptbahnhof nachgeholt.


Lange Zeit arbeiteten wir bereits darauf hin endlich mal ein Spiel auf Asche zu sehen. Nach den letzten Reinfällen in Halle und Frankfurt/Main sollte es hier klappen. Wir machten es uns gemütlich auf der einen geraden die erhöht über dem Spielfeld thront. Eine 30 Meter lange Überdachung bietet Schutz vor der diesmal erbarmungslosen Sonne. Dafür 3 Punkte, solide Sportanlage. Aus Trägheit diesmal leider nur Bilder von einer Seite.



Und zack, wir waren drin im Ruhrpott-Fussball. Keine 2 Minuten später wurden wir das erste Mal belegt. Ein sehr engagierter Auswechselspieler der Gastgeber, welcher das ganze Spiel wie aufgezogen an der Seitenlinie auf- und abging, konnte aber schnell wieder beruhigt werden. So etwas Unentspanntes habe ich Sonntag Mittag um 11 noch nie gesehen.




Neben dem Geschehen auf dem roten Belag drehte sich das ganze Spiel darum, dem Gegner zu unterstellen, wie asozial er denn wäre. Die Iberer hatten es auf einen schwarzen Spieler von Holsterhausen abgesehen, während unser Aufziehmännchen, mittlerweile auch in der Partie, für ausreichen Aggressionen sorgte. Garniert wurde das ganze mit einem Schiedsrichter ohne Zugriff zum Spiel, der erst keine Karten zeigt, nur um dann in kürzester Zeit 5 davon zu geben.



Und jetzt wird es kurios: Zu diesem Zeitpunkt muss der Tabellenletzte Atletico 0-1 geführt haben, wir sind uns beide sicher das Tor auch gesehen zu haben, nur taucht nirgends ein Torschütze auf, als hätte es das Tor nie gegeben. Sei´s drum hat der Unparteiische den Online-Bericht nicht vernünftig ausgefüllt. das Endergebnis entspricht dann wieder unseren Beobachtungen.


Nun zurück zur pikanten Situation. Der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Das kann man vielleicht so sehen. Der Strafstoß sollte aber erst 4 Minuten später ausgeführt werden. Schuld war eine Menschentraube um den Referee, Unbeteiligte auf dem Platz, die zuvor noch auf der Wechselbank rumlungerten. Dazu immer wieder die ausgestreckten Zeigefinger: "Ihr seid asozial. Wir nicht!" Das wurde schon sehr anstrengend und die Atleti stellten sich nicht eben als sympathischste Mannschaft dar.


Es war also richtig Feuer drin. Es war eine Ehre in den unteren Klassen im Fußball-Schlaraffenland Ruhrgebiet teilzuhaben. Obwohl es doch auch schon bedenklich ist, mit wie viel Grundaggression die schönste Nebensache der Welt Sonntagmittag angegangen wird.



Das Spiel war nichts Berauschendes, Atletico für meine Begriffe anfänglich sogar besser, verlor am Ende dennoch 2-1 (vielleicht auch 2-0). Interessant auch die völlig anderen Flug- und Sprungeigenschaften des Balles im Vergleich zu Rasenfussball. Fast schon eine andere Sportart. Für das Spiel 3,5 Punkte +1 Aschebonus  - macht 15,5 Punkte.





Fazit: Wir kommen gerne wieder und freuen uns auf die nächsten Ausflüge in den Ruhrpott. Wir mussten schnell weiter in Düsseldorf stand ja noch das Hauptspiel an.

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